Sechs Bürgermeister-Kandidaten antworteten dem SSV auf seine „11 Fragen zum Neusser Sport“.

    27.Juli 2020, von Stadtsportverband Neuss e.V.

    Heute lesen Sie die Antworten des Spitzenkandidaten Michael Klinkicht (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN).

     

    Der Stadtsportverband (SSV) Neuss hatte die sieben Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke, UWG), die einen Bürgermeister-Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 nominiert haben, mit „11 Fragen zum Neusser Sport“ Anfang Juni angeschrieben. Ziel der Anfrage war es, den Mitgliedern des Stadtsportverbandes (114 Vereine, 34.000 Mitglieder) eine Chance zu geben, sich ein eigenes Bild von den Positionen der Kandidaten und derer Parteien im Bereich Sport für die Wahl am 13. September zu bilden.

    Der SSV wird ab heute täglich auf seiner Website und auf Facebook die Antworten eines Kandidaten kommunizieren und nach dem Posting aller Antworten eine kurze Bewertung vornehmen. Die Reihenfolge ist nach dem Ausgang der Kommunalwahl 2014 ausgerichtet und lautet: UWG (Thomas Lang), Die Linke (Roland Sperling), FDP (Michael Fielenbach), Die Grüne (Michael Klinkicht), SPD (Bürgermeister Reiner Breuer), CDU (Prof. Dr. Jan-Philipp Büchler). Die AfD hat an der Befragung der Fragen nicht teilgenommen.

     

    Heute lesen Sie die Antworten des Spitzenkandidaten Michael Klinkicht (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN).

    1. Welche Bedeutung messen Sie dem "Neusser Sport" im gesellschaftlichen Konsens in der Quirinusstadt zu?

    Sport, Bewegung und Spiel bauen Brücken und knüpfen Verbindungen zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters. Sport leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration und trägt dazu bei, Chancengerechtigkeit herzustellen. Außerdem zählen die sportlichen Angebote einer Stadt zu den wichtigsten Soft-Skills bei potentiellen Neubürgern.

     

    1. Wo sehen Sie den "Neusser Sport" organisatorisch im Jahre 2025?

    Auch auf die Sportstadt Neuss kommen in den nächsten Jahren massive Änderungen zu. Immer weniger Menschen betreiben vereinsgebundenen Sport. Deswegen haben wir mit „Sport im Park“ eine neue Möglichkeit geschaffen, Sport auch ohne Vereinsanbindung zu betreiben. Ein Angebot, welches sich zunehmender Beliebtheit in Neuss erfreut. Dieses Angebot nutzen auch Neusser Vereine, um sich den Bürger*innen vorzustellen und auf diesem Wege neue Mitglieder zu generieren.

    Sicherlich wird es Vereine geben, die auf Grund schwindender Mitgliederzahlen fusionieren müssen. Diese können dabei von dem Stadtsportverband unterstützt werden.

    Dass das möglich ist, hat der SSV bereits mit der Kooperation beim Tennis unter Beweis gestellt.

     

    1. Wo sehen Sie den "Neusser Sport" infrastrukturell im Jahre 2025?

    Wir haben im Rat der Stadt Neuss mit dem von GRÜNEN/CDU initiierten Sportentwicklungsplan die Sportstadt Neuss zukunftsfähig gestaltet. Für die vier zentralen Sportarten Fußball, Tennis, Leichtathletik und American Football sind Zentren geschaffen worden. Die beiden großen Neusser Sportanlagen in Reuschenberg und an der Jahnstraße sind mit Kunstrasenplätzen ausgestattet worden und werden weiterentwickelt.

     

    1. Wo sehen Sie den "Neusser Sport" ehrenamtlich im Jahre 2025?

    Vereine leben durch das Engagement der ehrenamtlich tätigen Mitglieder. Sei es im Vorstand, im Training oder in der Betreuung. Das Ehrenamt wird zur großen Herausforderung. Gerade Vorstände, Trainer und Jugendbetreuer bringen sehr viel private Zeit ein. Durch die zunehmenden beruflichen Anforderungen und gesellschaftlichen Veränderungen wird die Situation für die Vereine nicht leichter. Hier kann die Verwaltung mit den Vereinen nur gemeinsam dafür werben, dass wieder mehr Menschen an den vereinsgebundenen Sport herangeführt werden.

     

    1. Welche Bedeutung hat der "Neusser Sport" im Hinblick auf die Integration und die Inklusion?

    Der Sport spielt bereits eine große Rolle im Bereich der Integration und Inklusion. Das wollen und müssen wir als Stadt weiter unterstützen. Hier stehen wir noch vor einer großen Herausforderung.

    Im Rahmen der Sportentwicklungsplanung der Stadt Neuss haben wir zwar bereits einen inklusiven Ansatz, der z. B.  bei den Sportangeboten oder auch den Sporträumen nicht nur mög-lichst alle Generationen, sondern auch die Menschen mit Behinderung explizit einschließt, aber gerade bei den Sporthallen haben wir noch erheblichen Sanierungsbedarf. Dabei soll sich das Thema Barrierefreiheit in Neuss nicht nur auf die Einhaltung der Landesbauordnung beziehen  (d. h. bauliche Anlagen, die öffentlich  zugänglich  sind,  müssen  von  Menschen  mit  Behinderung,  alten  Menschen  und  Personen  mit  Kleinkindern  barrierefrei  erreicht  werden  können  und  ohne  fremde  Hilfe nutzbar  sein),  sondern  auch  auf  den  laufenden  Betrieb. 

    Entsprechend sind Beleuchtungsanlagen, Beschilderungen sowie "weiche" Aspekte, z. B. farbliche Kontraste bei Glastüren und Treppenanlagen, für eine barrierefreie Nutzung von entscheidender Bedeutung und entsprechend zu überprüfen. Hier hat Neuss bei seinen Hallen noch reichlich Nachholbedarf. Mit dem "Runden Tisch Barrierefreiheit in Neuss" unter Leitung des Beauftragten für Menschen mit Behinderung der Stadt Neuss soll ein entsprechender Austausch erfolgen.

    Wir haben für die Sanierung der Neusser Turn- und Sporthallen in der laufenden Legislaturperiode bereits 500.000 € jährlich im Haushalt eingestellt. Das müssen wir in Zukunft beibehalten, um unsere Sporthallen zukunftssicher zu gestalten.

     

    1. Welche Rolle spielt für Sie die Förderung des hiesigen leistungsorientierten Sports mit seinen Vorbildern?

    Wir haben im Rat der Stadt Neuss im Rahmen des Sportentwicklungsplanes feste Kriterien für die Unterstützung von Spitzenmannschaften in Neuss geschaffen und dafür 100.000 € im Haushalt bereitgestellt. Davon wurden mittlerweile 80.000 € abgerufen und genehmigt.

     

    1. Das Ehrenamt und die Übungsleiter sind das Rückgrat des "Neusser Sport". Welche Ansätze sehen Sie zur Stärkung/Förderung?

    In der letzten Zeit wurde die Bedeutung des Ehrenamtes durch die Politik erkannt und gewürdigt. Ohne Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft um einiges ärmer und einsamer. Von städtischer, aber auch von Vereinsseite müssen immer wieder Angebote gemacht und Anreize geschaffen werden, um das Interesse von jungen Leuten am Ehrenamt zu wecken. Denn die Qualität eines Sportvereins steht in direktem Zusammenhang mit den Leistungen, die engagierte und qualifizierte Menschen bereit sind, ehrenamtlich zu erbringen. (Ansonsten wie Antwort unter Punkt 4.)

     

    1. Ist Sport für Sie ein Stück Stadtmarketing?

    Auf jeden Fall. Gerade die Sportangebote einer Stadt gehören, neben den Immobilienpreisen und Kulturangeboten, zu den Entscheidungskriterien für potenzielle Neubürger.

     

    1. Der Sommernachtslauf, die Tour de Neuss oder der QuirinusCup sind sportliche Neusser Aushängeschilder. Wäre es nicht sinnvoll, die veranstaltenden Vereine im Hinblick auf die stetig steigenden organisatorischen, haftungsrechtlichen sowie finanziellen/steuerlichen Herausforderungen zu entlasten?

    Wie bereits in der Vergangenheit wollen wir natürlich auch in Zukunft herausragende sportliche Ereignisse in Neuss unterstützen. Das wurde auch im Rahmen der Sportentwicklungsplanung berücksichtigt und entsprechende Kriterien festgelegt. Davon profitieren weiterhin alle veranstaltenden Vereine.

     

    1. Wie schätzen Sie die Auswirkungen von „Covid-19“ auf den „Neusser Sport“ ein und was gedenken Sie zu tun, um den „Neusser Sport“ Hilfestellung zu leisten?

    Die Auswirkungen dieses ausnahmslosen Ereignisses hat nicht nur die Stadtgesellschaft, sondern auch den Sport im Park getroffen. Wir haben in der letzten Sportausschusssitzung den Weg geebnet, den Vereinen zumindest die bereits entstandenen Kosten für geplante Veranstaltungen zu erstatten.

     

    1. Welche Rolle spielt Sport in Ihrem Leben?

    Ich bin seit meiner Kindheit leidgeprüfter Fortuna Düsseldorf-Fan.

     

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