Aktuell

Ein Text vom SSV Neuss zum Thema Bäderkonzept

"Bäderkonzept" der Stadt Neuss / Position des Stadtsportverband Neuss

Positionspapier des Stadtsportverband Neuss zum Thema Schwimmen und Schwimm-Infrastruktur in Neuss

Zur Diskussion um die anstehenden Schwimmbadsanierungen beziehungsweise Findung neuer Standorte in Neuss präsentiert der Stadtsportverband Neuss ein Positionspapier, in das die Meinungen/Wünsche/Forderungen der schwimmsporttreibenden Vereine als auch der Wassersportvereine eingeflossen sind. Die Punkte wurden dabei auch im Rahmen des SSV initiierten „Schwimm-Gipfel“ (12. Mai 2025) besprochen.

Die Eckpunkte/Forderungen des Stadtsportverband Neuss e.V. lauten:

· Die bestehende „Schwimm-Quadratmeter-Zahl“ muss beibehalten werden

· Erhaltung oder Neubau eines Wettkampfbeckens (50 Meter) in der Halle (mit kleiner Tribüne)

· Ein Lehrschwimmbecken (Ersatz für das Konrad-Bad)

· Die Aufrechterhaltung des Schwimmtrainings/Schwimmsports während der Sanierungs-/Bauphase

Warum diese vier wichtigen Forderungen?

- Kinder/Jugendliche/Erwachsene müssen schwimmen können! Die Fähigkeit, Schwimmen zu können, bildet die Grundlage für die Erschließung des Bewegungsraums Wasser mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung und zur gesellschaftlichen Teilhabe. Schwimmen ist ein unverzichtbares Kulturgut und fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch das soziale Miteinander und dient der Freizeitgestaltung, insbesondere für Familien.

- Obwohl diesbezüglich ein breiter gesellschaftlicher Konsens besteht, gelten dennoch viele Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit noch als unsichere Schwimmer.

- Schwimmen ist ein Schutz vor dem Ertrinken, (Fort-)bewegen im anderen Medium, (Wettkampf) - Sport, Freizeitgestaltung, Prävention sowie Grundlage für viele weitere Dinge. „Schwimmen können“ ist zudem unerlässlich für die Ausbildung zahlreicher Wassersportarten wie Rudern, Kanusport, Segeln, Stand-up-Paddling, Kiten, Surfen etc. sowie auch für die Unterwassersportarten. Ohne Schwimmfertigkeiten ist eine Ausbildung in diesen Disziplinen nicht möglich.

Um eine optimale Schwimmausbildung in Neuss zu gewährleisten, sind weitere Faktoren von entscheidender Bedeutung auf die der Stadtsportverband Neuss hiermit hinweisen will:

1. Es ist zielführend, ein einheitliches Konzept von der Wassergewöhnung im Kita-Alter über eine Schwimmausbildung während der Grundschulzeit bis hin zur weiteren Schwimmausbildung in der weiterführenden Schule sowie einer potenziellen Fortführung im Schwimmverein zu verfolgen. Wichtig ist hierbei die Involvierung der Eltern in frühen Kindesjahren. Dies ist entscheidend und sollte entsprechend forciert werden.

2. Um eine bestmögliche Effektivität zur Erreichung der Schwimmfähigkeit zu erzielen, sollten schwimmsporttreibende Vereine, Schulen, Kitas sowie Angebote und Ausbildungskonzepte von den NBE besser aufeinander abgestimmt und koordiniert werden.

3. Für die Schulen ist es unabdingbar, dass Fahrtwege zu Wasserflächen logistisch machbar und möglichst optimal gestaltet sind. Sollte dies nicht immer (räumliche Distanzen) möglich sein, so wäre es nötig, über die Schulaufsichtsbehörde (Vorbild Krefeld) hier eine Anpassung im Lehrplan zu erwirken, Stichwort (Doppel-Dreifachstunde). Ein entsprechender „Bustransfer“ sollte hier für einzelne Schulen logistisch optimiert sein.

4. Bei der Neugestaltung der Bäderinfrastruktur ist ebenfalls aus logistischen und Optimierungsgründen darauf zu achten, dass eine nahtlose Nutzungszeit der Wasserfläche ermöglicht wird (Umkleiden/Umkleidesituation).

5. Es ist sicherzustellen, dass Kinder bis zum 6. Lebensjahr weiterhin kostenlos Bäder in Neuss nutzen können.

Fazit

Der Stadtsportverband Neuss e.V. regt an, sämtliche Stakeholder in die Diskussion um die Bädersituation einzubinden: Schwimm- und Wassersporttreibende Vereine, Schulen, Kitas sowie BürgerInnen.

Ausbildungsaspekte wie auch Rettungsfähigkeiten, Wettkampfformen und Zielgruppen im Bereich der Senioren, Prävention und Rehabilitation müssen berücksichtigt werden.

Wir sind der Meinung, dass verschiedene Standorte für einen Neubau interessant sein könnten, jedoch ist das Hauptaugenmerk auf eine Erreichbarkeit der Wasserflächen entscheidend. Dennoch sollte auch der finanzielle Aspekt nicht aus den Augen verloren werden. Gleichzeitig ist die Schaffung einer neuen Bäderinfrastruktur nachhaltiger und wirtschaftlicher als eine Sanierung alter Bestände. Stichwort: Lifecycle-Kosten über einen langen Zeitraum.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist, dass die Schaffung eines geplanten Lehrschwimmbeckens des Rhein-Kreis- Neuss in die Planungsüberlegungen mit einbezogen werden sollten, um Synergien zu heben.

Neuss, im 16. Mai 2025

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