Foto Pressekonferenz Neuss macht mobil, Quelle NGZ

    Pressekonferenz „Neuss macht Mobil“ stellt wichtige Ergebnisse des Bewegungschecks bei Zweitklässlern in Neuss vor

    23.August 2019, von Verena Austermann

    Die Präsentation der Ergebnisse zum Projekt „Neuss macht mobil“ wurde am 22.08.2019 vor Vertretern der lokalen Presse im Rathaus vorgenommen. 

     Die Ergebnisse der rund 1.500 getesteten Kinder zeigen ein deutliches Defizit bei Vereinsmitgliedschaften, den Sportstätten und der Lehrer-Qualifikation.

    Mit dem Projekt „Neuss macht mobil“ wird das "Düsseldorfer Modell" adaptiert, welches 2002 als ganzheitliche Maßnahme der Bewegungs-, Sport- und Talentförderung für Kinder- und Jugendliche von dem Sportamt der Stadt Düsseldorf konzipiert wurde.

    Es setzt sich aus den zwei Hauptbereichen, der sportmotorischen Untersuchung („Motorik-Check“) und den sich daraus ableitenden Förderungsmaßnahmen, zusammen.

    Ziel ist es, den aktuellen Stand der sportmotorischen Leistungsfähigkeit der Kinder zu erfassen, zu bewerten und mögliche Fördermaßnahmen daraus abzuleiten.

     

    Fakten:

    • alle 26 Neusser Grundschulen (1594 Zweitklässler) haben teilgenommen.
    • 1532 Kinder wurden getestet.
    • 1318 Kinder sind in der Auswertung erfasst worden (86% der Kinder, Rest ohne Einverständniserklärung der Eltern)

    Daraus resultieren Empfehlungen anhand der Ergebnisse der sportmotorischen Tests:

    • 114 Empfehlungen für Kinder zur Talentförderung
    • 164 Empfehlungen für Kinder mit Bewegungsdefiziten
    • 1040 Empfehlungen für Kinder zur allgemeinen „Sportförderung“

    Diese Daten bilden einen ersten Grundstock für das Programm „Neuss macht mobil“, das mit dem Anspruch verknüpft wird, ein Sport- und Bewegungsangebot für alle zu schaffen.

     

    Für die teilnehmenden Kinder bedeutet dies, dass ihnen je nach sportmotorischer Leistungsfähigkeit ein Angebot gemacht wird. Die 114 Talente bekommen jetzt die Einladung zu einer „Talentiade“ am 28. September, bei der die Leistungssport treibenden Vereine dazu auffordern, die bevorzugte Sportart auszuprobieren. Meinolf Sprink, der Vorsitzende des Stadtsportverbandes (SSV), sieht auch die Veränderungen in der Sportlandschaft kommen. Laut Sprink sind die Vereine sind gut beraten, sich die Ergebnisse anzusehen und ihr Angebot anzupassen. Monostrukturen in Vereinen, die etwa „nur“ Fußball anbieten, müssten aufgebrochen werden.

    SSV Geschäftsführer Gösta Müller stellt aber auch die Sportinfrastruktur anhand der Ergebnisse der Münsterschule auf den Prüfstand. Denn im Vergleich schnitten die Münsterschüler vor allem deshalb schlechter ab, weil die Schule keine eigene Turnhalle hat. Zudem wird auch die Qualifikation der Sportlehrer als kritisch angesehen. Einige Schulen, die keine Sportlehrer haben bieten daher keinen Schwimmunterricht an.

    Je höher die Vereinslosen-Quote, desto schlechter fallen die Ergebnisse des sportmotorischen Tests aus:

    • Im Quartier Norden herrscht die höchste Vereinslosen Quote (gleichzeitig auch wenigsten Sportangebote laut SSV Datenbank)
    • Je höher die Vereinslosen-Quote, umso mehr übergewichtige Kinder
    • Je mehr übergewichtige Kinder, desto schlechter fallen die sportmotorischen Fähigkeiten aus
    • Kinder ohne Verein gleichen „verlorene“ Aktivität nicht in der Freizeit aus
    • Von Süden (ausgenommen Erfttal und Weckhoven) nach Norden verschlechtern sich die motorischen Grundfähigkeiten
    • Erfttal und Weckhoven auffällig hohe Nichtschwimmer-Quoten bei hohem Anteil übergewichtiger Kinder

    Die Ergebnisse des Motorik-Checks fordern auf zu differenzierten Fördermaßnahmen.

    Ziel der Förderung ist, allen Kindern in Neuss Fördermaßnahmen anzubieten. Die Fördermaßnahmen können in den Bereichen Vorschule, Schule, Verein und Freizeit erfolgen. Diese werden sukzessive erarbeitet, publiziert und angeboten. Über die Schulen werden die Kinder bzw. deren Erziehungsberechtigte über die Maßnahmen informiert. Unabhängig davon erfolgt eine individuelle Beratung durch den Stadtsportverband.

    Zurzeit werden hierzu Gespräche mit allen Schulleiter/-innen geführt. Darüber hinaus werden bisherige Angebote, Infrastruktur und Bedarf über einen Fragebogen evaluiert. Aus den persönlichen Gesprächen mit den Schulleitern/-innen, sowie den Testergebnissen und den Ergebnissen aus dem Fragebögen werden weitere Maßnahmen formuliert.

    Als Fazit lässt sich festhalten, dass der Motorik-Check aller Neusser Zweitklässler ein Defizit bei Vereinsmitgliedschaften, den Sportstätten und der Lehrer-Qualifikation aufweist.

    Zum Pressehandout mit detaillierteren Informationen gelangen Sie hier: 

    pdf button

    Handout zur Pressekonferenz.pdf


     

     

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